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Finnetunnel

Foto: Finnetunnel: Außenaufnahme Baustelle Finnetunnel mit großer Tunnelbohrmaschine
Daten und Fakten
Firma PORR Tunnelbau GmbH und PORR GmbH & Co. KGaA in Arbeitsgemeinschaft
AuftraggeberDB Netz AG, vertreten durch DB ProjektBau, Regionalbereich Südost, Großprojekt VDE 8
Stadt/LandHerrengosserstedt - Deutschland
Projektart Tunnelbau
Bauzeit12.2006 - 12.2012

Zwei Stunden Zeitersparnis durch nur 6,83 km Tunnel

Als Teil der Realisierung der Nord-Süd-Magistrale Berlin–München–Verona durch die Deutsche Bahn wurden der Aus- und Neubau der Strecken Berlin–Leipzig sowie Halle–Erfurt–Nürnberg und damit auch die Errichtung des Finnetunnels beschlossen. Seit Ende 2012 kann die 6,83 km lange Röhre mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h durchquert werden. Die Reisezeit zwischen München und Berlin ließ sich damit von sechs auf knapp vier Stunden verkürzen.

Ausgeführt wurde das Projekt in zwei Abschnitten. Die Arbeiten an der Nordröhre starteten im Mai 2008 und konnten knapp ein halbes Jahr vor Plan im September 2009 abgeschlossen werden. Für den Vortrieb an der Südröhre erfolgte der Startschuss im November 2008. Auch hier gingen die Arbeiten zügig voran. Im Februar 2010 – fünf Monate vor dem geplanten Termin – feierte das Team den Durchbruch zur Nordröhre. 

Neben der anspruchsvollen Unterfahrung des Schecktals – einem Tunnelabschnitt mit einer Überdeckung zur Oberfläche von nur 4,2 m – umfasste das Tunnelbauprojekt die folgenden Hauptbaumaßnahmen:

  • Neubau von zwei parallel geführten, eingleisigen Röhren im Schildvortrieb auf einer Länge von 6.822 m, jeweils 1.547 m mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust bei einem Wasserdruck von bis zu 6 bar (einschaliger Ausbau mit Stahlbetontübbingen, Außendurchmesser: 10,82 m)
  • Start- und Zielbaugruben
  • Grundwasserabsenkung durch 178 Bohrbrunnen auf einer Strecke von 4,45 km
  • 16 Querschläge, davon zwei im Schutz einer Bodenvereisung
  • Portale und Abschnitte in offener Bauweise
  • Erdbauwerke und Geländemodellierungen