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Erdinger Ringschluss: Verlängerung Bahntunnel am Münchner Flughafen

Daten und Fakten
Firma Arge PORR GmbH & Co. KGaA / PORR Bau GmbH
Auftraggeber Flughafen München GmbH
Stadt/Land Erding - Deutschland
Projektart Tunnelbau, Spezialtiefbau, Ingenieurbau
Bauzeit 01.2018 - 06.2021

Wichtiges Verbindungsstück für den öffentlichen Nahverkehr im Münchner Norden.

Der bereits bestehende Bahntunnel zum Münchener Flughafen, der auf Höhe des Terminals 2-Satelliten endete, wurde von der ARGE PORR GmbH & Co. KGaA und PORR Bau GmbH in östlicher Richtung verlängert. Damit können S-Bahnen und Züge künftig den Airports durchfahren. Das Tunnelbauwerk, bestehend aus einem rund 1.555 m langem Tunnel und einem rund 306 m langen Rampenbauwerk, ist ein Meilenstein für den Erdinger Ringschluss. Diese Neubau-Bahnstrecke soll bis zum Jahr 2027 die Städte Freising und Erding verbinden und führt unter dem Münchner Flughafengelände hindurch. Im September 2018 erfolgte der Spatenstich für die Tunnelverlängerung, im Juni 2021 hat die PORR die Rohbauarbeiten fristgerecht fertiggestellt. Bei einem offiziellen Termin im Beisein hochrangiger Prominenz wurde die zügige Umsetzung gewürdigt.

Der neue Bahntunnel ist Teil des ersten Bauabschnitts für den Lückenschluss Erding zwischen Flughafen München und Schwaigerloh. Der zweigleisige Streckenabschnitt ist rund 4 km lang und soll bis 2025 ausgebaut sein. Das neue Tunnelbauwerk besitzt eine lichte Weite von 11 m und verlängert den bestehenden Tunnel, der auf Höhe des Terminals 2-Satelliten endete, in östlicher Richtung. Auftraggeber war die Flughafen München GmbH, die dafür EUR 115 Mio. investierte. Der rund 26 km lange Erdinger Ringschluss besteht aus drei Baustufen: der 2018 fertiggestellten Neufahrner Kurve, dem Lückenschluss Erding und der Walpertskirchener Spange. Er ist ein wichtiges Verbindungsstück für den öffentlichen Nahverkehr im Münchner Norden und die Anbindung des Flughafens an das Schienennetz Nordostbayerns und Südostbayerns. So verkürzt sich die Fahrtzeit zwischen Erding und Flughafen von derzeit 40 Minuten auf unter 10 Minuten.

Ein eng terminiertes, komplexes Projekt.

Das Tunnelbauwerk wurde teils in offener Bauweise und teils in Deckelbauweise erstellt. Die Arbeiten umfassten drei Notausgänge und neun Dükerbauwerke sowie Rückbau, Wiederherstellung und technische Ausrüstung von ca. 10.000 m2 Flugbetriebsflächen. Für die Baugrube wurden rund 50.000 m2 Schlitzwände, 80 bis 100 cm breit und bis 20 m tief hergestellt. In den 18 Baugrubendocks des Tunnels wurden 1,40 m starke Unterwasserbetonsohlen zur horizontalen Baugrubenabdichtung eingebracht. 8.000 m2 Spundwand waren für die Baugrubensicherung des 306 m langen Rampenbauwerks herzustellen.

Insbesondere die ausgesprochen enge Terminierung war eine Herausforderung für alle beteiligten PORR Unternehmen. So wurden zuerst im östlichen Rollfeldbereich des Satellitenterminals rund 250 m Tunnelbauwerk errichtet. Vom Zeitpunkt der Rollfeldsperrung an standen nur neun Monate Bauzeit für die Erstellung des Tunnelbauwerks und der vollständigen Wiederinbetriebnahme des Rollfeldes zur Verfügung. Der Standortleiter vom PORR Ingenieurbau in München, Oliver Fürstmann, ist sehr zufrieden: "Die unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit mit der PORR-Tochter Stump-Franki Spezialtiefbau, der Abteilung Rammtechnik und der Abteilung Wasserhaltung hat wieder einmal zu einer praktisch fehlerfreien Punktladung bei diesem technisch sehr herausfordernden Projekt geführt."

Hier geht's zum PORR Video Neubau des S-Bahntunnels "Erdinger Ringschluss" am Münchner Flughafen